One day @ Krieghoff – a day to remember

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Woran erkennt man eigentlich gute Qualität – tausendmal gehört, gelesen, gesehen… und nie wirklich drüber nachgedacht.

Im Rahmen des GearTester Events trafen wir uns mit 7 lustigen Leuten im „fernen“ Ulm und konnten einen Tag die heiligen der Firma Krieghoff besichtigen, bestaunen und die lieben Angestellten ausfragen.

Der sonnige Tag begann auf dem Parkplatz vor dem Gebäude und nach einer kurzen Vorstellungsrunde holte uns ein freundlicher und gut gelaunter Mitarbeiter der Firma ab. Der Tag sollte mit einer Führung durch die Produktionshallen beginnen, so vernahmen wir und als Startpunkt der Führung wurden uns zuerst einmal die fertigen Produkte vorgestellt. Hier gab es alles; Doppelbüchsen, Kipplaufbüchsen, In-Line Repetierer, Bockbüchsen und Flinten, Flinten, Flinten.

Der stets gut gelaunte Krieghoffler Daniel weihte uns in die Vergangenheit, Gegenwart und anvisierte Zukunft der Firma ein und es überraschte mich zu hören, dass der Wachstumsmarkt der Firma aktuell die USA darstellen. Es gehört dort zum guten Ton bei den Wurfscheibenschützen Minimum eine K80 Flinte zu besitzen (um es kurz vorweg zu greifen: Ich kann jetzt verstehen warum). Daniel stellt sich allen Fragen meisterlich und konnte viele interessante Fakten und Antworten liefern.

Zeitgleich zu diesen „FAQs“ durften wir den ersten Kontakt zu den o. g. Büchsen und Flinten aufnehmen. Für viele der Anwesenden Gäste das erste Mal, das ein Krieghoff Produkt aus der Nähe betrachtet und angefasst werden durfte – mich eingeschlossen. Oft schon habe ich vor dem Display der K80 auf der Jagd und Hund gestanden und mit offenen Augen geträumt. Jetzt kam ich dem Ganzen ein riesen Stück näher: Die K80 in diversen Ausführungen – und das auch noch direkt vor mir! Auch die Büchsen „lagen“ toll. Beeindruckend ist es auch, wenn man in die Mündung einer Doppelbüchse einen guten Teil des Zeigefingers versenken kann… Stichwort: 500 N. E. Wahnsinn… Eines haben die Büchsen gemeinsam, durch die Bank sind es Handspanner. Dies gehört zu Krieghoffs Philosophie!

Los ging es durch die Firma. Im Erdgeschoss befand sich die Produktion der K80 und der 1524239_593109357493220_4838730935263534766_oSemprio. Es wird „fast“ alles vor Ort gefertigt. Wir konnten live miterleben wie: Baskülen gefräst, Läufe gerichtet, verlötet und eingepasst werden, Hakenstücken in selbst gebauten Spulen per Induktion erhitzt und Laufbündel eingefasst werden, Oberflächen gesandstrahlt, Metallteile brüniert, Schäfte von 0 auf 100 hergestellt werden. Auch waren wir glorreichen 7 Gäste Ehrengäste auf einer Hochzeit. Ebenfalls wurde extra für eine Überstunde im Bereich „Gravur“ verbracht.

Mit großen Augen lief die Truppe durch die Produktionräume von Krieghoff und Daniel konnte zu jedem bisschen etwas erzählen. Jede Frage wurde beantwortet und die Angestellten nahmen sich stets Zeit uns ihren Produktionsschritt näher zu bringen. Es war auch toll zu sehen, dass es noch funktionierende Mischungen in international produzierenden Firmen aus sehr jungen und

Senioren – Mitarbeitern gibt. Gerade die Kollegen des gehobeneren Semesters sind Meister auf ihrem Gebiet und man kann sofort beim Zusehen ihrer Tätigkeit erkennen, dass sie extrem viel Fingerspitzengefühl haben und sich stark auf ihre Intuition verlassen (können!). Nichts desto trotz verfügt Krieghoff auch über eine moderne QM Abteilung (in der wiederum ein junger Kollege sitzt :-))

10258600_593109324159890_8366110787368237765_oGeflutet von Informationen und Eindrücken verließen wir diesen Schauplatz und es drängte uns, die gewonnen theoretischen Kenntnisse in praktische Erfahrung umzusetzen. Krieghoff war so freundlich und stellte uns den In-Line Repetierer Semprio, sowie die Flinte K80 für das Testing im MSZU zur Verfügung.

Im MSZU ging es kurz zu Stärkung in das Restaurant vor Ort. Es war ausgiebig Zeit Erkundung der Verkaufsräume und oftmals hörte ich: „Davon habe ich schon mal gehört und die (MSZU) haben es!“. Einen „Aha – Effekt“ hatte der Schaukasten der K80 für mich. Hier gab es sämtliche Laufbündelvarianten, mit verschiedene Baskülen und Schaftformen. So kann man sich seine Traum K80 vor Ort konfigurieren.

Anschließend gab es einen Besuch im Schiesskino. Nach einer Einweisung in den In-Line 11312983_593109044159918_6332547956663509536_oMechanismus des Repetierers gab es verschiedene Szenen in der die Waffe getestet werden konnte. Jeder wurde warm – inklusive der Läufe. Zur Verfügung standen die „klassische“ Semprio mit Holzschaft, sowie ein Lochschaft aus Plastik. Der Lochschaft macht bei der Semprio extrem Sinn, da zum Repetieren die Hand nicht vom Hinterschaft gelöst werden muss. Mit vergehen Zeit wurden Sauen schneller und schneller, kein Problem, die Semprio konnte locker mithalten. Limitiert wurde die Geschwindigkeit nur vom Steuermann. Man, das Eisen ist schnell!

Auch folgte hier ein für mich bisher einzigartiges Highlite: Schießen mit einem Big Game Kaliber. Die mächtige .470 NE ließ zum Tanz bitten. Jeder durfte einen Schuss abfeuern.
Ran an die Büchse hieß es. Waffe brechen, einen Schuss in den Lauf fallen lassen. Ich glaube, ich habe noch nie so eine Lange Patrone gesehen. Waffe schließen. Durchatmen. Anschlagen und den Finger an den Abzug legen. Erneut durchatmen. Ein Hippo läuft über den Schirm des Schiesskinos. Ich erfasse das Ziel und erhöhe langsam den Druck auf den Abzug.

Dann bricht die Hölle los…

Pulverdampf, Donnergetöse, Blitze zucken, irgendein Bus streift meine Schulter, Tunnelblick, Höre ich da meinen Namen aus der Ferne?, Luft raus aus dem Körper, Augen krampfhaft offen halten, , Waffe bloß nicht fallen lassen, einatmen, dicke Backen machen, Gott sei Dank war nur ein Schuss geladen, Stimme suchen, versuchen zu sprechen, „Uiiiih“ stammeln, Büchse abgeben, hinsetzen, 3 minus, gerade noch bestanden. Unglaublich.

Verstohlen wandert mein Blick zum Ende der Schlange der Leute die noch schießen wollen und ich überlege, ob ich mich nochmal anstelle…
Dank guter Tipps von Daniel ließ sich die Doppelbüchse von vielen meiner Mitstreiter gut beherrschen… zumindest einmalig.

11222838_593109040826585_4234665910559094264_oNun folgte der etwas dynamischere Teil: Indoor Wurfscheiben @ MSZU mit der Krieghoff K80. Zur Auswahl standen 3 Flinten in 2 Varianten: Die K80 Sporter, sowie 2x Parcour. Auch hier wurde Schritt für Schritt der Anspruch an den Schützen gesteigert und die K80 folgte bereitwillig jeder Bewegung des Schützen… sei es jetzt zum Vorteil oder Nachteil der Taube. Die Flinten lagen gut und satt in der Schulter. Perfekt ausbalanciert. Auch waren deutlich die Unterschiede zwischen den 2 Modellen zu „spüren“, besonders im Schwungverhalten. Überzeugt haben beide Modell ohne Wenn und Aber. Ca. 650 Schuss später war Hahn in Ruh – von mir an dieser Stelle ein dickes LEIDER!
Ich hätte die ganze Nacht weiter machen können. Daniel überzeugte an dieser Stelle übrigens nicht nur durch theoretische Kenntnisse, sondern auch durch Können. Chapeau Herr Daniel, chapeau!

Der tolle Tag fand seinen Ausklang auf der Terrasse des MSZUs‘ bei einem kühlen Getränk und einem leichten und kurzem Regen der jedoch keinen interessierte. Kein Mundwinkel war unten, oft konnte ich bei meinen Mitbesuchern tagträumende Augen sehen, die dass, was passiert war, erneut Revue passieren ließen.

Woran erkennt man gute Qualität?

Meine Antwort: Ganz einfach – am Namen.

Krieghoff habe ich an diesem Tag nicht als reinen Waffenhersteller kennengelernt, sondern als Manufaktur. Sie fertigt Träume aus Holz und Stahl auf höchstem Niveau.

Vielen Dank Daniel für deine Betreuung. Vielen Dank Peter für deine Unterstützung und auch vielen Dank Ralf für deinen Support. Vor allem: Vielen Dank Krieghoff und an das MSZU in Ulm für einen Tag voller einmaliger Eindrücke!

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